Soziales Umfeld und Geschichte des Kindergartens

Der nach wie vor ländlich geprägte Ort Burlafingen gehört politisch seit 1977 zur Stadt Neu-Ulm. Bis zum Ende des II. Weltkrieges wohnten hier fast ausschließlich katholische Bürger, was durch die historische Zugehörigkeit Burlafingens zum Kloster Söflingen (1287 bis 1803) begründet ist. Vertriebene und Flüchtlinge bildeten die erste größere Gruppe evangelischer Dorfbewohner, die seit 1945 im Verhältnis zur katholischen Bevölkerung stets gewachsen ist und heute mit ca. 1000 evangelischen Bürgern 23% der Bewohner Burlafingens ausmacht.

Während die katholischen Bewohner Burlafingens mit St. Konrad eine eigene Pfarrei haben, bilden die evangelischen zusammen mit den evangelischen Pfuhlern die Evang. Luth. Kirchengemeinde Pfuhl / Burlafingen. Etwa 14% gehören entweder einer anderen oder gar keiner christlichen Konfession an. Nur wenige haben eine andere Religionszugehörigkeit (z.B. Muslime).

Die attraktive Wohnlage bewirkt einen relativ starken Zuwachs von jungen Familien (Wohngebiete am Rand von Burlafingen!) mit der für diese Wohnlage typischen sozialen Schichtung.

Anfang der neunziger Jahre wurde der Bedarf nach weiteren Kindergartenplätzen - zusätzlich zu dem bereits bestehenden, viergruppigen katholischen Kindergarten - dringend, und der evangelische Kindergarten provisorisch mit einer Gruppe in der alten Schule errichtet. Die pädagogische Arbeit geschah von Anfang an nach Maria Montessori, während die beiden in Pfuhl bestehenden evangelischen Kindergärten unter der Trägerschaft des Evangelischen Gemeindevereins nach der „klassischen“ Pädagogik Fröbels mit situationsorientierten Elementen arbeiten.

Im April 1995 konnte der Umzug in den Neubau an der Gerstmayrstraße erfolgen, in dem seither das evangelische Gemeindehaus Burlafingen und der zweigruppige Kindergarten unter einem Dach untergebracht sind. Seit 1999 wird mit Beschluss des Kirchenvorstands die Gruppe I des Kindergartens als integrative Gruppe geführt.