Evangelische Verantwortung

Evangelische Verantwortung orientiert sich an der Beziehung zum befreienden Gott, wie sie in der Bibel überliefert ist.

Ihr Ansatzpunkt sind deshalb nicht die allgemeinen gesellschaftlichen Strukturen und Normen, sondern das, was Menschen brauchen, um als von Gott in ihrer Einmaligkeit geschaffene und anerkannte und in die Verantwortung gerufene Geschöpfe ihr Leben führen und gestalten zu können. Es geht um das Recht aller Kinder, auch der behinderten oder von einer Behinderung bedrohten, auf Selbstständigkeit und Entfaltung ihrer Gaben und Fähigkeiten.

Evangelische Erziehung hat das Ziel, der Beziehung zu Gott Raum zu geben. Christlicher Glaube ist Unterwegssein mit Gott, immer wieder Aufbruch zu neuen Sichtweisen. Er zielt auf Bewährung in neuer Herausforderung, schließt Zweifel und Infragestellungen, aber auch Zuversicht und Gottvertrauen ein. Um in diesem Glauben Erfahrungen machen zu können, werden die Kinder bewusst in das von der Kirche mit gestaltete Umfeld christlich geprägter Lebensvollzüge eingeladen und hineingenommen.

Erziehung und Betreuung in evangelischer Verantwortung hat Orientierung und Vergewisserung in der eigenen religiösen Tradition zum Ziel. Zugleich beinhaltet sie eine respektvolle, tolerante Haltung gegenüber anderen Meinungen und Überzeugungen, die den Wert des Menschen achten. Es geht um Wertschätzung des eigenen Glaubens, aus der Respekt vor anderen Meinungen und Überzeugungen wächst.

In diesem Erziehungsprozess in evangelischer Verantwortung sind Erzieherinnen, Kinder und Eltern stets Lehrende und Lernende zugleich.