Sinneserziehung

Weil Kinder über die Sinne besser aufnehmen, was ihnen bewusst und verständlich bleiben soll, hat Montessori etliche Materialien für die Sinneserziehung entwickelt, die in der vorbereiteten Umgebung des Gruppenraumes aufgebaut sind.

Das Material hilft dem Kind, die Gegenstände in seiner Umgebung wahrzunehmen, zu unterscheiden und in seinem Geist zu ordnen, indem es auf grundlegende, elementare Eigenschaften der Dinge aufmerksam macht.

Nach Erfahren der Unterschiede können die Kinder die entsprechenden Namen und Eigenschaften (z.B. rot - gelb - blau, lang - kurz, rau - glatt) zuordnen.

Die Materialien sind weitgehend nach folgenden Grundprinzipien aufgebaut:

  • Bei jedem Material geht es nur um eine Sinnesausbildung (z.B. riechen). Dadurch konzentriert sich ein Sinn auf die Arbeit und wird besonders gefördert.

  • Die durch ein Material isolierte Eigenschaft wird abgestuft dargestellt z.B. dick - dicker - am dicksten, fein - feiner - am feinsten.

  • Das Material hat einen starken Aufforderungscharakter.

  • Das Material gibt Klarheit, weil es nur einen Aspekt einer Sache darstellt, z.B. nur die Farbe oder nur die Form.

  • Bei der Arbeit mit dem Material gibt es meistens eine Fehlerkontrolle, was zur Wiederholung und dadurch zur intensiveren Aneignung auffordert.

Die intellektuelle Entwicklung des Kindes wird durch diese Arbeit wesentlich gefördert:

Wahrnehmen, Einordnen, Abspeichern, Wieder-Abrufen und Vergleichen sind geistige Leistungen, sind Denken. Auf dieser Grundlage bildet sich sprachlicher Ausdruck und mathematisches Denken weiter.

Damit die Kinder die Sinneseindrücke differenziert und bewusst anwenden können, stehen ihnen verschiedene Materialien zum Basteln, Falten, Kneten und Malen bereit.

In der Musikecke sind verschiedene Musikinstrumente zur Unterscheidung von Tonhöhen und Rhythmen vorhanden. Mit ihnen übt das Kind, Töne zuzuordnen, „hoch“ und „tief“ zu unterscheiden und verschiedene Klangexperimente zu gestalten. Zudem bietet die Musikecke Raum, um mit anderen Kindern ein gemeinsames Projekt zu gestalten und sich aufeinander abzustimmen. Dadurch können die Kinder ihr eigenes Tempo und den eigenen Rhythmus finden.

Rhythmische Tänze und das Musizieren mit Rhythmusinstrumenten geben den Kindern vielfältige Möglichkeiten, Musik und Bewegung in Einklang zu bringen.

Bei gemeinsamen Liedern und Unterlegen von Geschichten mit Musik, wird diese auch in der Gruppe eingesetzt und durch wichtige Sinneserfahrungen wie Klatschen, Stampfen, Pfeifen usw. ergänzt. Dabei ist es uns wichtig, die Kinder nicht durch das Lernen zu vieler Lieder zu überfordern, sondern lieber einige ausgewählte vollständig singen und ausgestalten zu können, um die Freude an der Musik zu erhalten. Wir halten deshalb unser Repertoire bewusst begrenzt und wollen auch bewusst traditionelle Lieder verstärkt einsetzen, um die Verbindung zu kulturellen Zusammenhängen zu schaffen.

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