Christliche Erziehung

Kinder suchen nach Antworten auf die großen Lebensfragen, die sich aus ihrem Alltag ergeben. Sie fragen z.B. nach dem Ursprung der Schöpfung und danach, was nach dem Tod kommt:

„Wer hat das gemacht?“ oder „Kommt mein (gestorbener) Hamster jetzt zur Oma in den Himmel?“

Diese und andere religiöse Fragen nehmen wir ernst. Wir wollen dazu beitragen, dass die Kinder auf der Grundlage des christlichen Glaubens weiterhelfende Antworten finden.

Zugleich möchten wir durch besondere Angebote das Interesse an religiösen Fragen fördern und wecken. Dazu dienen biblische und zeitgenössische Geschichten, das Singen von Liedern mit christlichen Inhalten und die Hinführung zum Gebet. Dabei soll das Kind erfahren können, dass der christliche Glaube Geborgenheit, Freiheit zur Entfaltung und Gemeinschaft ermöglicht.

Das Erfahren und Vorleben von Toleranz gegenüber unterschiedlichen Antworten auf Fragen des Glaubens ist uns wichtig. Aus Überzeugung wenden wir auf keinen Fall Zwang oder Druck bei der Vermittlung christlicher Inhalte an.

Geborgenheit als Kraft zur Entfaltung

In dem wir den Kindern respektvoll begegnen, möchten wir einen Raum der Geborgenheit und des Vertrauens schaffen und ihnen ein Vorbild für ihr eigenes Verhalten geben.

Durch Erzählen oder Vorlesen von Bibeltexten und Arbeiten mit figürlicher Darstellung wird das Kind über alle Sinne mit den Geschichten von religiösen traditionellen Figuren vertraut gemacht, die bestimmte Werteordnungen in und mit ihrem Leben darstellen, z.B. der gute Hirte. Durch die Identifikation mit verschiedenen handelnden Personen kann das Kind eine Fülle von Einstellungen    und Verhaltensweisen des christlichen Glaubens gewinnen: z.B. in der Identifikation mit dem Hirten das Beschützen, die Sorge für andere, das Verteidigen Schwächerer, der Zusammenhalt in der Gemeinschaft; in der Identifikation mit einem der Schafe, das Geborgen-, Versorgt-, und Bewahrt werden durch Christus als den guten Hirten.

Ebenso möchten wir den Kindern helfen, den dreieinigen Gott zu entdecken. Dabei hilft uns z.B. ein Lied, in dem Gott mit der Sonne, Jesus mit dem Sonnenstrahl und der Heilige Geist mit der Sonnenkraft verglichen wird. Bei diesem Gott sollen sie die Geborgenheit finden können, in der sich ihr Leben weiter entfalten kann.

Staunen als Grundlage des Verhaltens

Wir alle sind ein Teil der Schöpfung.

Mit seinen Sinnen geht das Kind auf die Entdeckungsreise, um seine Umgebung kennen zu lernen und dabei ist das Staunen der wichtigste Motor. Dieses Staunen ist dann auch eine große Hilfe, um einen verantwortungsvollen Umgang mit sich und seiner Umwelt erlangen zu können.

In unserem Garten helfen die Kinder bei der Aussaat, Pflege und Abernten der Früchte sowie bei der Verwertung z.B. Kuchen backen. Hier erfahren, beobachten und bestaunen die Kinder die Wirkung und Regeln der Schöpfung und die Einmaligkeit von Werden, Sein und Vergehen. Sie erfahren durch die Mitarbeit ihre Verantwortung für das Bewahren der Schöpfung, indem sie selbst Hand anlegen z.B. wenn ich die Pflanzen nicht gieße gehen sie kaputt – wir können nichts ernten.

So kann der christliche Wert eines verantwortungsvollen Umgangs mit der Schöpfung erwachen.

Glaube als Anstiftung zur Gemeinschaft

Die Gemeinschaftserfahrung in der Kindergartengruppe, als ersten Sozialisationsschritt über die Familie hinaus, hat für das Leben große Bedeutung. Beim gemeinsamen Spielen, Singen, Lachen und sich gegenseitig helfen kann das Kind erfahren, dass es, so wie es ist, mit Stärken und Schwächen wichtig und wertvoll für die Gemeinschaft ist. Dabei ist es wichtig den Kindern nicht nur abstrakten Glauben zu vermitteln, sondern ihn erlebbar zu machen.

In der Integration von Kindern mit besonderem Förderbedarf erfahren die Kinder, dass Anderssein ein Teil ist von der Normalität, in der sie sich befinden. Sie machen ohne Vorurteile Erfahrungen, die ihre Toleranz und Offenheit einer Andersartigkeit prägen werden. Die Integrativkinder erfahren andererseits eine Selbstverständlichkeit im Annehmen ihres „Handicaps“ und einen natürlichen Umgang mit Schwächen, der nicht zum Verstoß aus der Gemeinschaft führt. Diese Erfahrungen stärken beide Seiten, sich selbst zu vertrauen und jeden in erster Linie so anzunehmen wie er ist. Mit biblischen Geschichten wie z.B. Bartimäus oder Zachäus zeigen wir den Kindern die Verbindung von Glaube und Toleranz.

Jede Gemeinschaft ist ihrerseits auf das Teilen angewiesen. Dazu anregen können biblische Geschichten, die von gemeinsamen Mahlzeiten Jesu und der Jünger handeln, und andere Geschichten vom Teilen. Wo wir beobachten, dass Kinder von sich aus miteinander teilen, bestärken wir sie darin.

Christliches Leben kann sich auf Dauer nicht isoliert entfalten. Deshalb führt christliche Erziehung immer in die Gemeinschaft hinein, in der Glaube gelebt, gefeiert, gelernt und geteilt wird. Dabei erhält die Gemeinschaft wiederum wichtige Anstöße von den Kindern, die noch unbefangen staunen, mitempfinden und ihren Emotionen Ausdruck geben können. So nehmen wir als Kindergarten zu bestimmten Anlässen am gottesdienstlichen Leben teil und gestalten es auch mit. Dadurch werden die Kinder mit der Feier des Gottesdienstes in seinen Elementen und Ritualen ein Stück weit vertraut. Andachten im Kindergarten mit dem Pfarrer vertiefen dieses Erlebnis und helfen den Kindern sich intensiver damit auseinanderzusetzen.

Das Burlafinger Pflegeheim für ältere Menschen, die immer stärker zu einer Randgruppe der Gemeinschaft abgestempelt werden, kennenzulernen und den Kindern die Begegnung mit diesen Menschen zu ermöglichen, ist uns ein wichtiges Element gelebten Glaubens. Die Kinder können dabei erfahren, wie man mit einfachen Mitteln (Lieder singen, selbstgebackene Plätzchen verteilen) Freude bereitet.

Um unseren Kindern einen Raum zu schaffen, in welchem sie einen individuellen Zugang zum Gebet mit Gott haben können, gibt es im Zwischenraum eine abgegrenzte Ecke in der die Kinder Bücher mit religiösen Inhalten anschauen, beten, basteln und malen können was ihnen beim Aufarbeiten religiöser Erlebnisse hilft.

Außerdem  gibt es kleine Figuren und Zusatzmaterialien, mit denen die Kinder im Freispiel die gehörten Geschichten gestalten und nachspielen können.

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